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» Büchershop Start» Bildergalerie» Vulkanausbruch auf El Hierro 




1. im Vordergrund die Vulkane des Inselsüdens, auf dem Meer deutlich zu sehen: "la mancha" - der Fleck, mit Schaumkreis in der Mitte





2. Über dem Auge des Vulkans - im Hintergrund das Dorf La Restinga





3. La Restinga von oben, stinkendes grünes Wasser schwappt schon direkt an die Küste und in den Hafen






4. Die beliebte Badebucht Tacorón, eingeschlossen von giftgrüner Soße

Vulkanausbruch vor El Hierro

Zu den Ereignissen auf der Kanareninsel El Hierro schrieb Sabine Keller einen Brief an Freunde und Bekannt, den wir unseren interessierten Lesern nicht vorenthalten wollen: 

Liebe Freunde und Kollegen,

in den letzten Wochen bin ich öfter zu den Ereignissen auf »meiner« Kanaren-Insel El Hierro befragt worden - und da einige von euch selbst schon auf der Insel waren und ich annehme, dass euch das interessiert, schicke ich euch die unten angehängten Fotos. Sie stammen vom Blog einer jungen Fotojournalistin aus Teneriffa, siehe http://desireemartinphoto.com/blog/.

Für die, die nichts davon gehört haben:
Mitte Oktober ist im Meer vor dem Fischer-Taucher-Touristen-Dorf La Restinga an der Südspitze der Insel ein Vulkan ausgebrochen. Seit Juli schon wurden ständig kleinere Erdbeben auf El Hierro registriert, vor allem im Tal El Golfo und im gesamten Südwesten, Anfang Oktober hat es dann in Restinga zunehmend spürbar gewackelt, kurz vor dem Ausbruch gab es einen sog. »vulkanischen Tremor«, konstante Vibrationen. Auf dem Meer bildete sich ein zuerst türkiser, dann gelblicher Fleck, die freigesetzten Schwefelgase waren an Land deutlich zu riechen. La Restinga wurde zwischenzeitlich evakuiert. Der »Fleck« erreichte riesige Ausmaße, in der Mitte zeigte sich ein blubbernder Schaumkreis mit dunklem Rand, und tote Fische schwammen im Hafenbecken. Der Vulkanausbruch hat internationale Schlagzeilen produziert, sogar in der Washington Post war (sicher zum ersten Mal) von El Hierro zu lesen.

Das Ganze ist zwar auch ein faszinierendes Spektakel, hat aber leider äußerst dramatische Folgen für die Natur und die fragilen ökonomischen Verhältnisse auf El Hierro. Das vom Vulkan verseuchte Gebiet ist ausgerechnet das der »reserva marina« – die  Meeresschutzzone wurde vor 15 Jahren von der örtlichen Fischerei-Kooperative eingerichtet, mittlerweile hatte sie sich zur artenreichen Meeresfauna-Kinderstube entwickelt. Dieser Erfolg ist nun zunichte gemacht, es wird lange dauern, bis sich die Natur dort wieder erholt - zudem ist noch unsicher, ob die seit ein paar Tagen eingekehrte Ruhe hält oder ob noch weitere Ausbrüche folgen, möglicherweise auch zu Lande.
Derzeit sind die Fischer und auch die Tauchclubs La Restingas natürlich am stärksten gebeutelt, aber die Misere trifft die ganze Insel: So war der für die Infrastruktur zentrale Tunnel zwischen Inselnorden und Golftal wegen der »seismischen Krise« gesperrt, der ganze Inselsüden (ab El Pinar) abgeriegelt,  Touristen gibt es derzeit nur wenige, viele Leute haben kaum noch Einkommen.
Unsicherheit und Angst vor Schlimmerem zerren an den Nerven der Einwohner - die letzten vulkanischen Aktivitäten gab es im 18. Jahrhundert, und obwohl El Hierro die jüngste Insel der vulkanischen Kanaren ist und über 500 Krater zählt, war die Unsicherheit des Bodens völlig in Vergessenheit geraten.  

Mich treibt das Ganze ziemlich um und ich hoffe natürlich sehr, dass die Insel keine weiteren Schäden nimmt, die Herreños bald wieder aufatmen und in Ruhe weiterleben können. Daumen drücken!

Liebe Grüße,
Sabine